Geschichte

Gründungsmitglieder des ersten ZONTA Clubs 1919

Gegründet wurde ZONTA am 8.11.1919 in Buffalo, New York. In jenen Jahren schlossen sich Frauen in großer Zahl in städtischen oder sozialen Organisationen zusammen. Ausschlaggebend dafür war vor allem die damalige gesellschaftliche Situation der Frauen. Nicht zuletzt die Zuerkennung des Wahlrechts Ende des 1. Weltkriegs und die Erfahrung, durch eine gute Ausbildung beispielsweise als Ärztinnen, aber auch in anderen Berufen trotz des im Krieg erlebten Leids auch etwas erreicht und Hilfe geleistet zu haben, gaben ihnen einen Vorgeschmack auf Gleichberechtigung. Nach dem Krieg jedoch mussten diese Frauen oft um ihre Anstellung kämpfen, litten unter Ausschluss und Isolation.

Die ersten Zontians und ihre Ziele: Bildung auch für Frauen, Freundschaft untereinander

Die Gründungsmitglieder von ZONTA gehörten ausnahmslos zur ersten Generation gut ausgebildeter Frauen. Es handelte sich um einen vergleichsweise kleinen Zirkel von Frauen aus der Mittelschicht, die soeben den Schritt gewagt hatten, in die Arbeitswelt einzutreten und dies mit Erfolg. Wesentlich dabei war, dass die Motivation dazu in erster Linie aus ihrem fachlichen Interesse heraus erfolgte und dem Wunsch nach Horizonterweiterung und weniger durch ökonomische Zwänge bedingt war. Es ging diesen Frauen um die Pflege der Freundschaft untereinander, um sich gegenseitig zu stärken und um anderen Frauen und Mädchen, die eine gute Ausbildung wünschten oder berufstätig sein wollten, Mut zu machen und darum, ein eigenes Netzwerk aufzubauen. Von Anfang an setzten sich die ZONTA Frauen für Bildung, Ausbildung und Weiterbildung auch von Frauen ein. Bis heute durchzieht das Thema Bildung als zentrales Thema das Serviceengagement von ZONTA in der ganzen Welt wie ein roter Faden.

Marian de Forest

Frühe Entwicklung von ZONTA

ZONTA wuchs in den ersten Jahren sehr stark, aus 9 ZONTA Clubs im Jahre 1920, vorwiegend im Osten der USA beheimatet, wurden bis 1929 und über die ganzen USA verteilt 72 Clubs. Auckland in Neuseeland und Sydney in Australien waren 1926 die ersten internationalen Clubs, die ersten europäischen Clubgründungen gab es 1930 in Wien und 1931 in Hamburg. Nach einer politisch bedingten Stagnation in Europa während des 2. Weltkrieges erlebte ZONTA ab 1945 erneut ein starkes Wachstum. Ende 1947 zählte Zonta bereits 200 Clubs auf drei Kontinenten.

ZONTA als NGO mit Beraterstatus in Frauenfragen

Nachdem die Vereinten Nationen am 26.6.1945 gegründet worden waren, arbeitete ZONTA bereits ein Jahr später mit ihnen zusammen und gehört sehr früh zu den von den UN angeschlossenen, nicht regierungsgebundenen Organisationen (NGO); den Beraterstatus der Kategorie II in Frauenfragen hat ZONTA seit 1969, der Kategorie I seit 1985. Seit Ende des zweiten Weltkrieges verfolgt ZONTA seine internationalen Projekte nahezu ausschließlich in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen. Frühe Beispiele sind die gemeinsame Hilfe für ungarische Freiheitskämpfer 1956, die Unterstützung des 'Anne Frank Dorfes' in Wuppertal für im Krieg heimatlos gewordene Familien im Jahre 1960 oder 1962 die Einrichtung eines Ausbildungscenters für Mädchen und Frauen in Ramallah, Jordanien.

Differenzierung der Probleme von Frauen in Industrie- und Entwicklungsländern

Ab Ende der 60er Jahre kann man von ZONTA als einer wirklich internationalen Serviceorganisation sprechen. Äußeres Zeichen dafür war die Wahl der Finnin Helvi Sipilä, Juristin und spätere Generalsekretärin der UN Weltkonferenz 1975 in Mexico City, als erste nicht-amerikanische Präsidentin von ZONTA International. Ihr Name ist eng mit der "Dekade der Frau" verbunden, die von den Vereinten Nationen für den Zeitraum von 1975 bis 1985 ausgerufen wurde. In dieser Periode erweiterte sich die Frauenfrage und wird seitdem ausdrücklich im Sinne einer allgemeinen Menschenrechtsfrage diskutiert. Darüber hinaus haben eine Anzahl von Studien in jenen Jahren aufgezeigt, wie sehr sich die Problemstellungen der Frauen in den Industrieländern von jenen der Frauen in Entwicklungsländern unterscheiden, in denen Diskriminierung vielfach mit sexueller Belästigung und Frauenhandel einher geht.

Gewaltbekämpfung und Gewaltprävention als weiteres Ziel seit Anfang der 80er Jahre

Nachdem man bei ZONTA die Probleme der Frauen zunehmend im internationalen Vergleich diskutierte, sah man sich einer weiteren Problematik gegenüber, deren Bekämpfung - bis heute - Engagement verlangt . Es ist das Thema Gewalt, insbesondere gegenüber Frauen. Bekämpfung von Gewalt und Gewaltprävention sind deshalb seit zwei Jahrzehnten die vorherrschenden Themen der internationalen Projektarbeit. Aufgrund der nachweislich starken Wechselwirkungen mit dem Bildungsniveau der Frauen werden dabei gezielt Bildungsinitiativen und Maßnahmen zur Stärkung des Selbstbewusstseins von Frauen mit einbezogen; dies gilt insbesondere für die Projekte in den Entwicklungsländern. Nicht zuletzt kümmert man sich in neuerer Zeit bei ZONTA auch um die spezielle Problematik älterer Frauen.

Internationale Serviceprojekte seit Anfang der 70er Jahre

Die mit Zeit gewachsene Überzeugung, dass Service keine Grenzen kennt und dass bestimmte humanitäre Probleme die ganze Welt betreffen, führte bereits 1972 dazu, dass alle ZONTA Clubs - und damit weltweit alle Zontians - seitdem verpflichtet sind, in einem bestimmten Umfang neben ihrem regionalen Serviceengagement die jeweils aktuellen internationalen Projekte finanziell zu unterstützen.

Was den weiteren Wachstumspfad der Organisation betrifft, so folgten in den 70er Jahren verstärkt Clubgründungen in Asien, Afrika sowie Südamerika; der tausendste Zonta Club entstand in Lomo, Togo. Nach der politischen Wende im Osten dehnte sich ZONTA auch in diese Richtung weiter aus. 1991 wurde der erste Club in Ungarn gegründet, im selben Jahr folgten Clubgründungen in Tschechien, Polen, Estland und in Russland. Ende 1991 zählte ZONTA 1082 Clubs in 61 Ländern, und im Jahre 2008 ist ZONTA in 68 Ländern mit rund 34.000 Mitgliedern vertreten, die in ca 1.250 Clubs organisiert sind. In Deutschland gibt es 2008 123 Clubs mit insgesamt 3850 Mitgliedern.